Stoßwellentherapie

Eine innovative Methode für eine schnellere Genesung

Haben Sie schon einmal anhaltende Schmerzen in der Ferse oder Schulter gespürt, so stark, dass jeder Schritt oder jede Bewegung zur Herausforderung wurde? Stellen Sie sich vor, dass Sie nach nur wenigen physiotherapeutischen Behandlungen eine deutliche Linderung verspüren und zu Ihren Lieblingsaktivitäten zurückkehren können – ohne lange Pausen. Genau das ermöglicht die Stoßwellentherapie – eine moderne Methode, die mithilfe akustischer Wellen die natürlichen Heilungsmechanismen des Körpers anregt und bereits nach wenigen Anwendungen chronische Schmerzen lindern kann.

Was ist Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie nutzt hochfrequente akustische Wellen, die gezielt in geschädigtes Gewebe eindringen. Nachweislich verbessern sie die Mikrozirkulation, verringern Entzündungen und beschleunigen die Regeneration von Kollagen sowie anderer struktureller Komponenten des Bewegungsapparates.

Dieses Verfahren ist nicht-invasiv, wird im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung durchgeführt und erfordert weder Anästhesie noch einen Krankenhausaufenthalt.

Wie funktioniert das Stoßwellengerät?

Die Therapie wird mit einem speziellen Gerät durchgeführt, das folgende Hauptkomponenten besitzt:

  • Wellengenerator – erzeugt kontrollierte akustische Impulse mit bestimmter Frequenz und Intensität.
  • Applikator (Gerätekopf) – überträgt diese Impulse gezielt auf die betroffene Körperregion.
  • Bedienfeld – ermöglicht dem Physiotherapeuten die Anpassung der Intensität, Impulsanzahl und Anwendungsdauer.

Vor der Behandlung wird ein Gel aufgetragen, das die optimale Übertragung der Wellen durch die Haut sicherstellt. Während der Sitzung wird der Applikator auf die behandelte Stelle gedrückt (oder kreisförmig bewegt) entsprechend eines genau definierten Protokolls. Dabei kann der Patient leichte, kurze Impulse spüren, jedoch keine starken Schmerzen.

Wie entstehen Verletzungen, die mit Stoßwellen behandelt werden?

Viele Verletzungen entstehen allmählich durch wiederholte Mikrotraumata – kleine Schädigungen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln durch:

  • Überlastung bestimmter Muskelgruppen oder Sehnen (z. B. bei Sportlern oder Personen mit einseitigen Bewegungen im Beruf)
  • Fehlhaltung während Aktivitäten oder langem Sitzen
  • Plötzliche Steigerung der körperlichen Belastung ohne geeignete Anpassung
  • Natürlichen Alterungsprozess des Gewebes, das weniger elastisch und anfälliger für Schäden wird

Wenn sich das Gewebe nicht ausreichend zwischen Belastungen erholen kann, entstehen chronische Entzündungen, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung verschlechtern sich, und das betroffene Areal wird schmerzhaft und steif. Hier setzt die Stoßwellentherapie an.

Indikationen und Anwendungsgebiete

Die Stoßwellentherapie wird eingesetzt bei:

  • Kalkablagerungen in Ferse, Schulter, Hüfte – Kalziumablagerungen in Sehnen oder Ansatzstellen, die Schmerzen und Steifheit verursachen; oft mit eingeschränkter Beweglichkeit und Schlafstörungen verbunden.
  • Plantarfasziitis – Fersenschmerzen, besonders morgens oder beim Gehen.
  • Tennisellenbogen (laterale Epikondylitis) – Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, verstärkt beim Greifen oder Heben.
  • Golferellenbogen (mediale Epikondylitis) – Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens beim Beugen des Unterarms.
  • Achillessehnen-Tendinopathie – Schmerzen und Steifheit an der Rückseite des Sprunggelenks, oft morgens schlimmer.
  • Springerknie (Patellatendinopathie) – Schmerzen unterhalb der Kniescheibe beim Springen oder Belasten.
  • Kalkschulter (kalzifizierte Tendinopathie der Rotatorenmanschette) – Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit durch Kalziumablagerungen in der Sehne.
  • Trochanter-Schmerzsyndrom (Hüfte) – Schmerzen seitlich an der Hüfte, verstärkt beim Liegen auf der betroffenen Seite.

Vorteile der Stoßwellentherapie

Im Vergleich zu klassischen Methoden bietet die Stoßwellentherapie mehrere Vorteile:

  • Schnelle Anwendung: einzelne Sitzung dauert 5–15 Minuten.
  • Nicht-invasiv: keine Schnitte, Nähte oder Infektionsrisiken.
  • Minimale Nebenwirkungen: höchstens kurzfristige Rötungen oder leichte Blutergüsse.
  • Gezielte Behandlung: Wellen dringen tief ins Gewebe bis direkt an die Schadstelle.
  • Gute Kombinierbarkeit: ideale Ergänzung zu manueller Therapie, Massage und Übungen.

Vorbereitung und Behandlung

Vor der Therapie genügt es, mit sauberer, trockener Haut (ohne Cremes oder Lotionen) zu erscheinen und vorhandene medizinische Unterlagen (z. B. Ultraschall oder Röntgenbilder) zur Beurteilung mitzubringen.

Während der Behandlung trägt der Physiotherapeut Gel auf, setzt den Applikator auf und erhöht schrittweise die Intensität. Nach der Behandlung folgt eine kurze Ruhepause, leichtes Dehnen und klare Anweisungen für Übungen zuhause.

Was kann man nach der Behandlung erwarten?

Die Wirkung der Stoßwellen ist kumulativ – die meisten Patienten bemerken Verbesserungen innerhalb von 1–2 Wochen nach 3–5 Sitzungen. Zu den Verbesserungen gehören: Schmerzlinderung, gesteigerte Beweglichkeit und schnellere Funktionswiederherstellung. Selten treten leichte Blutergüsse oder Kribbelgefühle auf, die nach einigen Tagen verschwinden.

Kontraindikationen

Stoßwellentherapie ist nicht geeignet für:

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Personen mit Krebserkrankungen
  • Akute Entzündungen oder Hautinfektionen im Behandlungsbereich
  • Blutgerinnungsstörungen oder Patienten unter Antikoagulanzien-Therapie

Eine Rücksprache mit Arzt und Physiotherapeut ist vor Beginn der Therapie immer erforderlich.

Individueller Therapieplan

Jeder Patient erhält einen individuell abgestimmten Plan, der berücksichtigt:

  • Art und Dauer der Beschwerden
  • Allgemeinen Gesundheitszustand
  • Ergebnisse diagnostischer Untersuchungen

Details zu weiteren Schritten, Anzahl der Sitzungen und möglichen Zusatztherapien werden bei der ersten Konsultation vereinbart – für maximale Sicherheit und Wirksamkeit.

Fazit

Die Stoßwellentherapie bietet eine sichere, wirksame und schnelle Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen und Verletzungen des Bewegungsapparats. In Kombination mit individuell angepassten Übungsprogrammen und anderen physiotherapeutischen Verfahren kann sie die Lebensqualität deutlich verbessern und Beweglichkeit zurückbringen.

Vereinbaren Sie Ihre erste Konsultation und entdecken Sie, wie die Stoßwellentherapie auch Ihnen helfen kann.